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Rezension zum Lastolite HiLite-Hintergrundsystem

Auf der Photokina 2006 wurde von der Fotozubehörfirma Lastolite deren neues Hintergrundsystem „HiLite“ vorgestellt. Das Prinzip ist einfach. Stellen wir uns einen rechteckigen Kasten vor, an den seitlich Blitze gestellt werden können. Diese Blitze erleuchten von innen die weiße Außenhülle und sorgen für ein sehr diffuses Hintergrundlicht.

Damit soll das Freistellen von Menschen oder Produkten überflüssig werden und das Besondere am HiLite ist, das sich dieser übergroße Kasten wie ein Reflektor zusammenklappen lässt.

Details

Das HiLite-System gibt es in zwei Größen: 1,5 x 2,15 und 1,8 x 2,15 Meter. Dazu kann eine passende weiße Vinylschleppe für den Boden erworben werden, die Ganzkörperaufnahmen ermöglichen soll.

Auf allen vier Seiten des HiLite-Systems sind Reißverschlüsse angebracht, die geöffnet werden können, um übliche Studioblitze ranzustellen. Die Rückseite des Systems ist schwarz, die Vorderseite weiß. Das Ganze kann ähnlich großen Reflektoren zu drei Ringen zusammengefaltet werden.

Der Aufbau

Geliefert wird das HiLite-System in einer runden blauen Tasche mit Tragegurten, die ca. 1 m Durchmesser hat. Die mitgelieferte bebilderte Anleitung ist zwar nur in englischer Sprache verfasst, der Aufbau jedoch fast selbsterklärend. Nachdem das zusammengefaltete System aus der Tasche entnommen ist, muss es nur leicht auseinander gezogen werden, damit es sich selbst entfaltet. Achten Sie auf genügend Platz, damit keine zerbrechlichen Geräte umgestoßen werden. An allen vier Ecken wird noch ein Kunststoff-Stab eingesetzt, damit das System stabil genug ist, um zu stehen. Mittels der befestigten Schlaufen kann es aber auch an Hintergrund-Stativen der gleichen Firma befestigt werden. Fertig.

Die optionale abwaschbare Vinyl-Schleppe ist weniger elegant. Geliefert wird sie in einer über 1,8 Meter langen, schweren Papprolle und wird mittels vorhandener Klettränder an das HiLite-System befestigt. Hier wird schon ersichtlich, dass der fließende Übergang zwischen Vorder- und Hintergrund eines Studiosystems mit Papierrollen o.ä. Vorteile hat, da dort keine Kanten zu sehen sind.

Ein oder zwei Blitze werden seitlich (oder bei entsprechend flexiblen Systemen von oben) in den Hohlraum reingestellt. Es sollte bei der Wahl der Größe also beachtet werden, dass in der Breite noch ca. 60-80 cm für die Blitzstative hinzukommen.

Im Einsatz

Lastolite HiLite im EinsatzIch habe das größere HiLite-System gewählt und je einen 250 Watt-Blitz links und rechts reingestellt. Als Hauptlicht fungierte ein 500 Watt-Blitz mit einer 150-cm-Octobox vom Model aus gesehen leicht schräg von links. Die Benutzung ist einfach und unterscheidet sich kaum von der eines Papierhintergrundes. Das Model kann sehr dicht am Hintergrund stehen, ohne darauf achten zu müssen, dass Hintergrundlicht auf die Haare oder Schultern fällt. Außerdem ist das Licht durch den Hintergrund diffuser und der Lichtabfall an den Rändern geringer. Besonders beim Freistellen von Haaren ist das sehr hilfreich.

Wie schon oben erwähnt, lassen sich Ganzkörperbilder nicht so elegant wie bei einem Papierrollensystem machen, dafür ist das System transportabel und kann auch bei Kunden vor Ort eingesetzt werden.

Durch den beleuchteten Hintergrund lassen sich bequem High-Key-Fotos schießen und nach zwei, drei Testbildern ist auch die Stärke der Hintergrundblitze so eingestellt, dass der Hintergrund hell genug, aber nicht zu sehr überstrahlt ist.

Anfangs habe ich nur einen seitlichen Blitz benutzt, aber vor allem bei Bildern mit amerikanischer Einstellung schnell gemerkt, dass der Helligkeitsverlauf am Bildrand besser ist, wenn zwei Blitze mit geteilter Leistung genutzt werden.

Abbau

Ähnlich wie bei den manngroßen Faltreflektoren ist es das erste Mal wirklich kompliziert, das HiLite-System alleine zusammenzufalten. Schon beim zweiten Mal gelingt es aber auch vor dem zuschauenden Model elegant und schnell. Danach fiel jedoch auf, dass schnell „Dellen“ am Rand des Hintergrundsystems entstehen, wenn die Spannung des Stoffes nicht richtig verteilt ist. Das lässt sich nur schwer rückgängig machen, fällt aber kaum auf, da diese Falten „weggeblitzt“ werden.

Fazit

Wer nur ein sehr kleines Studio hat oder ein Wohn-/Arbeitszimmer vorübergehend zum Studio umbaut, hat es mit dem HiLite-System bequemer als mit einem Papierrollensystem oder gar Bettlaken an Wandregalen. Die benötigte Breite und Höhe muss natürlich trotzdem gegeben sein. Nachteilig ist hingegen die Nutzung für Ganzkörperportraits. Auch das Preis-Leistungsverhältnis ist vor allem für die Vinyl-Schleppen mit über hundert Euro schlecht. Da findet der Bastler sicher eigene Möglichkeiten.

Es ist logisch, dass dieses Hintergrundsystem sich vor allem für freigestellte High-Key-Fotos eignet. Alternativ kann das Hintergrundsystem jedoch auch von vorne oder seitlich als sehr große Softbox genutzt werden. Ein unschlagbarer Vorteil ist die Transportfähigkeit, die es Auftragsfotografen ermöglicht, mit einem eigenen Hintergrundsystem für High-Key-Fotos anzureisen.

Für Fotografen mit Platzmangel oder vielen Auswärtsterminen ist das HiLite-System eine lohnende Erwägung. Für Ganzkörper-Aufnahmen ist es jedoch kaum empfehlenswert, da die Vinyl-Schleppe im Verhältnis zum HiLite-System teuer ist und keine Ergebnisse liefert, die mit Papierbahnen o.ä. vergleichbar wären.

Robert Kneschke